Full text: Beschlüsse der Konferenzen von Vertretern der Zentralverbandsvorstände

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Zmn Internationalen Kongretz in Wien sind noch drei Mandate frei. Ansprüche 
auf dieselben sollen innerhalb acht Tagen erhoben werden. 
Zu Punkt 5: 
Der Antrag des „Deutschen Portier-Verbandes" auf Anschluß 
an die Generalkommission wird vertagt. 
Zweite Konferenz 
der Vertreter der Verbandsvorstände 
abgehalten am 2. August 1914 im „Gewerkschaftshaus" zu Berlin. 
Es wird zunächst über die Maßnahmen beraten^ die zu treffen sind, um djas 
Material und Eigentum der Gewerkschaften sicher zu- stellen, falls diese infolge 
des Kriegszustandes aufgelöst werden sollten. 
Nach Darlegung des Genossen Legten beabsichtigt der Privatdozent Dr. 
Oppenheimer eine Aktion zur Milderung des zu erwartenden Notstandes 
in der Weise, daß die Arbeitslosen, soweit sie dazu fähig sind, die dmrch die 
Kriegserklärung gefährdeten Erntearbeiten ausführen sollen. 
Wenn es gelingt, bei den sofort im Rei chsamt des Innern 
aufzunehmenden B er h and lung en Kautelen zu schaffen, um 
die berechtigten Wünsche der Arbeiterschaft hinsichtlich der 
Arbeitsbedingungen zu erfüllen, erklärt sich die Konferenz 
e i n st i m m i g zur Mitarbeit bereit. 
Nach Erörterung der Fragen über eine allgemeine Reduzierung, 
der G e w e r k s cha f t s un t er st ü tz un g e n oder Aufhebung der Kran 
ken Unterstützung, ferner ob Zahlung von Unterstützung an die 
Angehörigen zum Heeresdienst eingezogener Mitglieder 
oder an die Hinterbliebenen gefallener Mitglieder zu leisten 
sei; ferner über eine Herabsetzung der Gehälter der Gewerk 
schaftsange stellten wird beschlossen, in einer vierzehn Tage später zu 
berufenden Konferenz erneut zu beraten. 
Folgende Proklamation wird einstimmig gutgeheißen; 
„An die, Mitglieder der Gewerkschaften! 
Alle Bemühungen der organisierten Arbeiterschaft, den Frieden aufrecht 
zuerhalten, den mörderischen Krieg zu bannen, sind vergeblich gewesen. 
Ter Krieg mit seinen Verwüstungen des wirtschaftlichen Lebens, mit seinen 
unermeßlichen Opfern an Gut und Blut ist über die Kulturnationen herein 
gebrochen. Unzählige werden als Opfer auf den Schlachtfeldern bleiben. Schwer 
wird die Arbeiterklasse diese Last zu tragen haben; Arbeitslosigkeit, Not und Ent 
behrung werden in nie gekanntem Umfange hereinbrechen. 
In dieser ernsten Stunde, richtet die Generalkommission der Gewerkschaften 
Deutschlands im Aufträge der heute tagenden Konferenz der Vertreter der Vor 
stände den Appell an die Mitglieder der Gewerkschaften, ihrer Organisation treu 
zu bleiben, um die dringend notwendige Fortsetzung der Tätigkeit der Gewerk- 
,schäften zu sichern.
	        
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