8 % Grundlegung.
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dern wir verstehen unter jenem die Fähigkeit zu diskursivem
Denken, zur Begriffsbildung im allgemeinen, zum Urteilen und
Schließen, unter dieser dagegen die Fähigkeit zur Bildung der
höchsten, allgemeinsten Begriffe, die man gewöhnlich Ideen
nennt, ferner zur Gestaltung von Idealen, die, wie schon das
Wort andeutet, ‚mit den Ideen enge zusammenhängen und ein
Ding in seiner Vollkommenheit, frei von den in der Wirklichkeit
stets vorhandenen Mängeln setzen. Die Bildung solcher Ideen
setzt eine gesteigerte Fähigkeit synthetischen Denkens voraus,
die. Befähigung zur Intuition, bei der von verschiedenen Rich-
tungen und Gebieten des Denkens her sich die Linien allmählich
zu einem einheitlichen Weltbilde zusammenschließen. Ideen sind
jederzeit die Bausteine der Welt- und Lebensanschauung, und in
der Tat baut der junge Mensch in der Zeit zwischen‘; 14 und 21
mit Eifer und Interesse daran.
Wenn sich die Zeiträume vom 7. bis zum 14. und vom 14. bis
zum 21. Lebensjahre nicht so leicht mit einem einzigen Begriffe
kennzeichnen lassen wie die ‚ersten sieben Jahre, so liegt das
daran, daß der leibliche und geistige Abstand des Kindes vom
Erwachsenen mit fortschreitendem Alter immer geringer wird.
Als das entscheidende Merkmal der zweiten Periode können wir
immerhin die zwecksetzende Tätigkeit betrachten, während wir
das Kennzeichen der dritten Periode in der bewußten Anpassung
des jungen Menschen an die menschliche Gesellschaft erblicken,
Im Spielalter zeigt sich das Kind mehr oder weniger selbständig
nur im Spiele, zu dem es sich unwiderstehlich hingezogen fühlt,
sonst ist es sich durchaus seiner Abhängigkeit von den Er-
wachsenen bewußt. Es findet es natürlich, daß ihm, soweit es
nicht spielt, die Eltern die Zwecke und Ziele angeben, die es er-
reichen soll. Im Knaben- und. Mädchenalter dagegen werden in
dem Maße, wie das Spiel zurücktritt, vom Kinde selbst Zwecke
gesetzt und die geeigneten Mittel gewählt. Zwar hat es schon längst
zwischen Spiel und Arbeit unterschieden, aber nun setzt es sich in
bewußter Absicht Ziele, die jenseits des Spieles liegen und über die
gewöhnlichsten Bedürfnisse des Lebens hinausgehen. In diese Zeit
fallen die ersten, mit klarem Bewußtsein vollzogenen Versuche,
an den absoluten‘ Werten des Wahren, Guten, Schönen. und
Heiligen teilzunehmen. Die Vernunft erwacht, und die Jahre der
Unterscheidung brechen an, Nachdem die physische Hilfsbe-
dürftigkeit aufgehört hat, stellen sich mehr und mehr moralische