XVI
*) Gemahlin des Kanzler Dr. Nicolai zu Stade.
Leben gewann. Um das Jahr 1680 waren ungefähr sechs zig
Mitglieder demselben beigetreten, während Harsdörfer im Ganzen
nur vierzehn aufgenommen hatte. Unter diesen vierzehn wird
eine einzige Frau, welche den Ordcnsnamen Diana *) führt,
gefunden; Floridan (d. i. Birken) gestattete 13 Frauen und
Jungfrauen, unter welchen mehrere gekrönte Dichterinnen
waren, den Zutritt. Hiemit scheint der neue Präses dichterische
und literarische Geselligkeit dem Orden als ausschließlichen Charak
ter aufgedrückt zu haben, da im Sinne der Stifter doch eben so
sehr eine Wirkung auf die Literatur überhaupt gelegen hatte. Noch
natürlicher wird man es finden, daß Sigmund von Dirken auch
seine Neigung zum Erbaulichen, Religiösüberschwänglichen und
Mystischen, worin er das höchste Ziel aller Poesie erblickte, auf
den Orden überzutragen suchte. Gleich unter den Beischriften und
Erklärungen, womit die Ordensnamen und Blumen der ncueintre-
tenden Mitglieder erläutert und gedeutet wurden, finden wir wäh
rend Floridans Präsidium auch nicht eine einzige, die nicht
auf Gott, Unsterblichkeit, Christus, Seligkeit, Himmel oder Hölle
anspielte, wogegen zu Strcphons Zeit kaum eine anzutreffen ist,
die nicht bei der Sache selbst, bei der Deutung geblieben wäre,
welche Name und Blume von selbst darboten. — Floridan gab
hierin den Ton an, indem er die poetische Erklärung, die er sei
ner Blume Floranior-Amarante bei seiner Aufnahme unter
Strephvn gewidmet, als zu weltlich verwarf und durch folgende
ersetzte, die seine Richtung kurz und treffend bezeichnet:
„Liebt immerhin die Lust der Welt, ihr eitle Seelen!
Die keine Schönheit hat, die lauter Unlust giebt;
Ich suche mir allein das Schönste zu erwählen.
Das soll der Himmel seyn, in den bin ich verliebt."
Eben so mußte das Sinnbild des Ordens, die stebenrohrige
Panspfeife, die man als ziemlich deutliches Symbol der Hirten:
pocsie gewählt hatrc, umgedeutet werden, auf daß ja keine heid
nische Erinnerung damit verbunden würde. Zuerst setzte Birken