7
U m die Geschichte der altchristlichen Kunst zu
zeichnen, steht uns eine Fülle von Denkmälern
aus allen Jahrhunderten des christlichen Altertums
zur Verfügung. Die Malereien der römischen Kata
komben gehen in ihren ältesten Produkten ins zweite
Jahrhundert, wenn nicht gar ins erste zurück, und
sie führen uns bis zum Ende des vierten Jahr
hunderts hinauf, bis in die Zeit, wo die engen Grüfte
vor den Toren Roms ihre Bestimmung geändert
hatten, und aus Gemeindefriedhöfen zu Memorien
der Märtyrer geworden waren. Im vierten Jahr
hundert setzt die große Menge der marmornen
Sarkophage ein, die uns Rom, Oberitalien, Gallien,
Spanien und Nordafrika erhalten haben. Ihre
reichen Skulpturen zeigen die christliche Kunst des
vierten und fünften Jahrhunderts, und sie reichen in
ihren ravennatischen Vertretern hinab bis ins sechste
und siebente Jahrhundert, wo sich dann bald die ersten
Erzeugnisse der langobardischen Skulptur ihnen an
schließen. Ebenfalls mit der Zeit Konstantins be
ginnt die schimmernde Pracht der Mosaiken in den
christlichen Basiliken zu erstrahlen. Von den ältesten
Exemplaren im Mausoleum der Konstanza in Rom
schließt sich eine fast ununterbrochene Reihe in Rom,
Ravenna, Konstantinopel und wiederum in Rom bis
in die Zeiten der deutschen Hohenstaufen.
Die Fresken der Katakomben ermöglichen es uns,
die Entstehung der christlichen Kunst zu belauschen.