Full text: Der Entwicklungsgang der altchristlichen Kunst

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U m die Geschichte der altchristlichen Kunst zu 
zeichnen, steht uns eine Fülle von Denkmälern 
aus allen Jahrhunderten des christlichen Altertums 
zur Verfügung. Die Malereien der römischen Kata 
komben gehen in ihren ältesten Produkten ins zweite 
Jahrhundert, wenn nicht gar ins erste zurück, und 
sie führen uns bis zum Ende des vierten Jahr 
hunderts hinauf, bis in die Zeit, wo die engen Grüfte 
vor den Toren Roms ihre Bestimmung geändert 
hatten, und aus Gemeindefriedhöfen zu Memorien 
der Märtyrer geworden waren. Im vierten Jahr 
hundert setzt die große Menge der marmornen 
Sarkophage ein, die uns Rom, Oberitalien, Gallien, 
Spanien und Nordafrika erhalten haben. Ihre 
reichen Skulpturen zeigen die christliche Kunst des 
vierten und fünften Jahrhunderts, und sie reichen in 
ihren ravennatischen Vertretern hinab bis ins sechste 
und siebente Jahrhundert, wo sich dann bald die ersten 
Erzeugnisse der langobardischen Skulptur ihnen an 
schließen. Ebenfalls mit der Zeit Konstantins be 
ginnt die schimmernde Pracht der Mosaiken in den 
christlichen Basiliken zu erstrahlen. Von den ältesten 
Exemplaren im Mausoleum der Konstanza in Rom 
schließt sich eine fast ununterbrochene Reihe in Rom, 
Ravenna, Konstantinopel und wiederum in Rom bis 
in die Zeiten der deutschen Hohenstaufen. 
Die Fresken der Katakomben ermöglichen es uns, 
die Entstehung der christlichen Kunst zu belauschen.
	        
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