folgern, so daß, wer eine Anzahl von Katakomben
durchwandert, immer wieder alten Bekannten an
den Wänden und Decken begegnet. Wenn wir ver
suchen, sie zu klassifizieren, müssen wir zunächst
die Dekorationsstücke aussondern, die aüs der vor
christlichen Zeit herübergenommen sind, die kleinen
Flügelknaben, die Masken und Köpfe, die Pfauen
und anderen Vögel, die vier Jahreszeiten und die
landschaftlichen Motive, die wir ebenso, nur sehr
viel besser gemalt in Pompeji und anderen antiken
Häusern und Gräbern finden. Wir müssen ferner
ausscheiden die individuellen Bilder, die uns den
Verstorbenen zeigen, wie er im Leben sich darstellte,
entweder in seinem Beruf oder in seiner religiösen
Betätigung. Wir sehen die verschiedensten Hand
werker, Bäcker, Böttcher, Schiffer, einen Fuhrmann,
eine Gemüsefrau, einen Wagenlenker, Soldaten, und
viele Totengräber, die sich hier zu Hause fühlten,
aber noch weit mehr Frauen mit betend erhobenen
Händen und Männer, ebenfalls im Gebet oder in
der Lektüre der Heiligen Schrift vertieft. Daneben
Familienbilder im Großen und im Kleinen, zuweilen
auch einschneidende Ereignisse aus dem Leben der
Bestatteten, so seine Taufe, die den Wendepunkt
seines Lebens bedeutete, oder einen Schiffbruch, dem
der Besitzer der Grabkammer glücklich entronnen
war. Die Erzählungen aus dem persönlichen Leben
verlieren sich zuweilen derartig ins Spezielle, daß