Full text: Das Benediktinerkloster Klus bei Gandersheim und die Bursfelder Reform

Kluser Chronik 19 
Nach den Worten im Vorwort zu seiner Chronik des Klosters Klus be- 
gann Bodo dies Werk im Jahre 1523.? Er hat die folgenden Jahre weiter 
daran gearbeitet, zum Teil in breiter Ausführlichkeit.? Er ist dabei bis zum 
Jahre 1539 gelangt. Zuletzt berichtete Ereignisse betreffen den Tod des 
Pfarrers Werner Heneke zu Freden im Jahre 1539. Die Chronik bricht 
dann mitten in einer Erzählung über die Frauen zu Eimbeck ab; das ur- 
sprünglich folgende Blatt hinter fol. 260 ist herausgerissen. Offenbar hat 
darauf das Ende der Chronik gestanden. Der wenige Text auf dem nächst- 
folgenden Blatte (jetzt fol. 261) - es sind im ganzen 14 Zeilen — ist bereits 
von einer neuen Hand geschrieben und berichtet von dem Abtswechsel des 
Jahres 1541. In diesem Jahre starb der bisherige Abt und Gönner Bodos, 
Konrad Hyssing, und ihm folgte im Amt Johannes Mutken.? Außer diesem 
Abtswechsel enthält die kurze Notiz noch die Namen der unter dem neuen 
Abte Johannes vorhandenen Mönche. Unter diesen wird auch Henricus 
Bodo aufgeführt. Unser Schriftsteller hat also zur Zeit des Abtswechsels 
noch im Kloster gelebt, aber wohl nicht mehr lange, wie man zu vermuten 
geneigt ist. Wie weit seine Chronik gereicht hat auf dem letzten ausgerisse- 
nen Blatte, läßt sich nicht mehr sagen. Den Abtswechsel hat sie vermut- 
lich nicht mehr erwähnt. Denn in der der Chronik vorangehenden Abtsliste 
reicht Bodos Hand, wie schon gesagt*, nur bis zu Abt Konrad, während 
der Name des Nachfolgers bereits von anderer Hand geschrieben ist. Aus 
irgendeinem Grunde hat Bodo um das Jahr 1540 seine Geschichtsdarstel- 
lung abgebrochen. Mit diesem Befunde läßt sich sehr gut eine anderweite 
Nachricht vereinen, daß im Jahre 1541 ein Heinrich Boden oder Angeloni 
Abt des kleinen Klosters Marienstein oder Steina bei Nörten wird.® Es ist 
1 fol. 117° datum Cluse anno incarnationis dominice supra millesimum 
quingentesimum vicesimo tercio. 
2 Z. B. die Abschnitte über die Hildesheimer Stiftsfehde, über den Bauern- 
krieg u. a. 
3 Johannes Mutken stammte wie sein Vorgänger im Amt, ebenso wie Henricus 
Bodo aus Alfeld und war bereits unter Abt Wedego in das Kloster eingetreten. 
In der Abtsliste fol. 96v heißt es von ihm (nicht von Bodos sondern von späterer 
Hand geschrieben): Abbas Johannes Mutken patria Alveldensis, in abbatem 
eligitur die 25. Julij anno 1541, moritur 1570. 4 S. oben S. 14. 
* Diese Nachricht fand ich bei D. Heidemann, Geschichte des Klosters Steina 
(in: Zeitschrift des hist. Vereins für Niedersachsen; Jg. 1871 S. 69. Übernommen 
ist sie auch bei Th. Eckart, Geschichte des Klosters Marienstein in der Provinz 
Hannover [1890] S. 30). Sie lautet: „Ihm (d.i. dem Abte Johannes) folgt als 
der fünfundzwanzigste Abt von Steina Heinricus Boden oder Angeloni von 
1541 bis 1553.“ Die Quelle, der Heidemann diese Nachricht entnahm, habe ich 
nicht ausfindig machen können. Die beiden im Staatsarchiv zu Hannover be- 
findlichen Kopiale des Klosters Marienstein kommen hierfür nicht in Frage. In 
dem einen von ihnen (cod. III 195 fol. 176ff.) fand ich den Namen dieses Abtes 
Henricus Angelonius wieder, und zwar zum Jahre 1548 in einer vor dem eichs- 
feldischen Gemeinen Landgericht zu Heiligenstadt vollzogenen Vergleichsurkunde
	        
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