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Siebentes Kapitel.
In ü e r A i r ch e.
Am Sonntag darauf fand Mr. Mordaunt feine Ge
meinde so zahlreich versammelt, wie nie zuvor, und entdeckte
manches Gesicht, das er sonst selten in der Kirche sah, darunter
sogar Leute aus dem nächsten Dorfe. Die Frau des Arztes
war da mit ihren vier Töchtern und Mr. und Mrs. Kimsey,
der Apotheker mit Gattin, saßen in ihrem Kirchenstuhle.
Mrs. Dibble, die wohlunterrichtete fehlte nicht, und Miß
Smiff, die dörfliche Kleiderkünstlerin, samt ihrer Freundin
Miß Perkins, der Putzmacherin, hatte sich eingefunden, und
jede Familie war allermindestens durch ein Glied vertreten.
Kein Wunder! Mrs. Dibbles Laden war ja die ganze
Woche kaum leer geworden, die kleine, schüchterne Ladenglocke
hatte sich fast die Schwindsucht an den Hals gebimmelt, und
der Absatz an Nähnadeln und Faden war ein ungemein er
freulicher gewesen — alles, weil Mrs. Dibble so unerhörte
Dinge vom Schlosse und seinem neuesten Bewohner zu erzählen
wußte. Sie konnte haarklein beschreiben, wie die Zimmer
Seiner kleinen Herrlichkeit eingerichtet waren; was die wunder
vollen Spielsachen gekostet hatten, wußte sie auch, und die
Lebensgeschichte des braunen Pony und des dazu gehörigen
kleinen Groom war ihr ebenfalls geläufig. Natürlich war
der weibliche Teil der Dienerschaft vollkommen einig darüber,
daß es ein Verbrechen sei, den hübschen kleinen Kerl von
seiner Mutter zu trennen, und samt und sonders hatten sie
„an allen Gliedern gezittert," als das Kind so mutterseelen
allein in die Löwenhöhle, respektive Bibliothek, hatte geführt
werden müssen, da doch kein Mensch wissen konnte, wie er
dort behandelt werden würde.
„Aber ich kann Ihnen nur sagezr, Mrs. Jennifer," setzte
Mrs. Dibble hinzu, „das Kind weiß nicht, was Angst heißt!
Mr. Thomas hat's selbst erzählt, kommt der Junge 'hinein
und setzt sich hin und spricht mit dem alten Grafen, als ob
ihm das gar nichts Besondres wäre und als ob sie gute Freunde
wären. Der, sagt Mr. Thomas, habe nur so aufgehorcht und
ihn unter seinen Augenbrauen hervor angestarrt. Und Mr.
Thomas sagt, denken Sie nur, Mrs. Bates, daß, so bös der
Alte auch ist, er doch im stillen vergnügt gewesen sei und