Full text: Die Kommunistischen Parteien in Aktion

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herrscht unter dem Einfluß der bürgerlichen Ideologie und Presse ein star 
ker Chauvinismus, der sich sogar in den Reihen der KP Amerikas wider 
spiegelt. Die, verschiedenen Nationalitäten angehörenden, nach Amerika aus- 
gewanderten Arbeiter sind nicht alle in gleicher Weise für die Vereinigung 
in gesamtamerikanischen Klassenorganisationen der Arbeiter zu haben. Mil 
lionen von Arbeitern beherrschen, obwohl sie viele Jahre bereits in Amerika 
leben, die englische Sprache nicht. Die Führer der verschiedenen nationalen 
Organisationen, u. a. auch der sozialdemokratischen und sogar kom 
munistischer, bilden unter den Arbeitern der verschiedenen Nationalitäten 
ihre besonderen nationalen Organisationen, ihre eigenen Genossenschaften, 
Versicherungskassen, Klubs, Zeitungen usw. Die Mehrheit der Arbeiter der 
verschiedenen Nationen ist vom politischen Leben der Vereinigten Staaten 
nicht erfaßt, was der amerikanischen Bourgeoisie sehr zustatten kommt, 
die diese engen nationalen Tendenzen unterstützt und kultiviert. Der Ameri 
kanische Gewerkschaftsbund (AFL) — eine reaktionäre, in starkem Grade 
faschistische Gewerkschaftsorganisation, die nicht einmal der Amsterdamer 
Internationale angehört, weil sie diese für zu radikal hält — hat diese Ten 
denzen der nationalen Sektionen in umfassender Weise ausgenützt und hat 
den niedrig bezahlten — somit den gering qualifizierten — Arbeitern den 
Zutritt zu ihren Gewerkschaften durch die Einführung sehr hoher Mit 
gliedsbeiträge gesperrt. Dem amerikanischen Gewerkschaftsbund gehören 
die hochbezahlten qualifizierten Arbeiter an, in der Hauptsache die Arbei 
teraristokraten. 
Für die Kommunistische Partei ist unter den vielen Millionen des 
zu verschiedenen Zeiten nach den USA ausgewanderten Proletariats 
der verschiedenen Nationalitäten und 1 auch unter den Negern, die 
fast gar nicht gewerkschaftlich organsiert sind — ein noch ganz unbe 
rührtes riesiges Arbeitsgebiet vorhanden. Bis zum 7. Plenum des EKKI 
bestand die amerikanische Kommunistische Partei noch aus einer Födera 
tion von 19 nationalen kommunistischen Parteien — einer deutschen, italie 
nischen, finnischen, russischen usw. —, die alle eigene Parteitage abhielten 
und eigene Zentralkomitees hatten. Ueber ihnen allen stand der amerika 
nische Landesparteitag und das gesamtamerikanische ZK. Von den Zen 
tralkomitees der einzelnen nationalen Parteien hing es ab, ob die Beschlüsse 
des Gesamtzentralkomitees ausgeführt wurden oder nicht. Das EKKI hatte 
einen langwierigen und zähen Kampf gegen diese schädlichen Traditionen 
zu führen. Viele Mühe kostete es auch, das Lovestonesche ZK zur Arbeit 
unter den Negern zu bewegen. Auch wurde keine kommunistische Arbeit 
unter den bodenständigen amerikanischen Arbeitern, die keineswegs alle 
gutbezahlte privilegierte Arbeiter sind, die etwa dem Einfluß der KP nicht 
zugänglich wären, geleistet. Auch unter ihnen gibt es einen bedeutenden 
Teil wenig qualifizierter Arbeiter, die nicht weniger ausgebeutet werden als 
die eingewanderten Arbeiter. 
Die Macht des amerikanischen Kapitalismus hatte die politische Orientie 
rung des Lovestoneschen Zentralkomitees der KP Amerikas derart unter 
Druck gehalten (daher denn auch seine Theorie über die Ausnahmestellung 
Amerikas), daß es sich selbst, zusammen mit einem nicht geringen Teil der 
Partei, zur Rolle eines passiven Zuschauers verdammte, der auf bessere
	        
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