1500 anzusetzen. Die Marke „BRUESEL"“
(Brüssel) unten in der Mitte gibt den Ent-
stehungsort an. Die tüchtigen, wenn auch
etwas derben Flügelmalereien sehen eher
niederdeutsch als niederländisch aus. Wahr-
scheinlich ward dieser Altar, wie viele
andere, aus einer Brüsseler Werkstatt fü
den Niederrhein geliefert, und die Bilder
wurden dort angefügt. Beachtenswert von
den Statuen und Reliefs an dieser Wand
sind namentlich: ganz rechts das schön ver-
goldete Flachrelie£t ohne Fond mit dem
hl. Eligius, der sein Haupt mit beiden
Händen emporhebt, und dem hl. Ägidius,
zu dem eine Hirschkuh geflüchtet ist, eine
schwäbische Arbeit von 1520 ungefähr, dann
die etwas ältere, vielleicht kölnische Heilige
mit geistlicher Kopftracht (auf einem ver-
goldeten Sockel in spanischer Gothik),
jenseits des Brüsseler Flügelaltars auf einem
Schrank in Eichenholz eine sitzende Madonna,
deren weltlich heitere Erscheinung und
unruhig bewegte Gewandung das Nahen des
16 Jahrhunderts ankündigt. Weiter dem
Fenster zu ein Relief in Eichenholz, das
Gastmahl des Herodes, in reizvoller Renais-
sancerahmung, nachweislich im Norden
Frankreichs um 1510 ausgeführt; und ein
farbloses Flachrelief der Maria (von ‘einer