Full text: Die weiße und rote Armee

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des Konvents, in dem Muße, als sich die Herrschaft der Bour 
geoisie entwickelte, eine Armee des Staatsmilitarismus der 
Bourgeoisrepublik. Preußen-Deutschland mußte, um Frank 
reich zu schlagen, Frankreich mit den Methoden der französi 
schen Revolution, mit dem Massenaufgebot bekämpfen. 
Der Militarismus vor dem Weltkrieg. 
Seit der französischen Revolution war die Grundlage des 
Militarismus der Staaten des europäischen Kontinents das 
Heer der allgemeinen Wehrpflicht. Die allgemeine Wehr 
pflicht der Bourgeoisie hat einen revolutionären Ursprung. Der 
Kapitalismus entwickelt so wie andere Klassengesellschaften 
seine besondere Waffe, seinen besonderen Militarismus. — 
Die Gewalt ist ökonomisch bedingt, und 1 deshalb konnte der 
Kapitalismus vor dem Krieg durch die allgemeine Wehrpflicht 
das ganze Volk der Besitzlosen und Unterdrückten gegen die 
Besitzlosen und Unterdrückten führen. Solange die Proleta 
rier im Waffenrock nicht das Bewußtsein hatten, daß sie einer 
fremden ihnen feindlichen Klasse dienen, waren sie getreue 
und geduldige Sklaven des Kapitals. Die Expansionsbestre 
bungen d'es Militarismus vor dem Krieg wurden durch die 
Rüstungen noch verschärft. Seit dem deutsch-französischen 
Kriege des Jahres 1871 bis zum Weltkrieg 1914 hat der Mili 
tarismus eine rapide Entwicklung im gleichen Maße wie der 
Kapitalismus durchgemacht. Und die Anwendung des Milita 
rismus nach innen ging parallel mit seiner Anwendung nach 
außen gegen den sogenannten nationalen Feind 1 . 
Für das Kapital ist der, Militarismus eine der wichtigsten 
Anlageformen. Durch den Militarismus konnte sich der Kapi 
talismus weiter entwickeln. Neben der Kolonialpolitik trugen 
die militärischen Rüstungen in erster Linie zur Hebung d'es 
ökonomischen Lebens des Kapitalismus bei. Der Militaris 
mus schafft dem Kapital eine gewinnreiche und unentbehrliche 
Aniageart. Rosa Luxemburg schrieb darüber: 
.,Es ist zwar klar, daß dieselben Mittel, die, durch Be 
steuerung in die Hände der Regierung gelangt, zur Erhaltung 
des Militarismus dienen, wenn sie in der. Hand 1 der Bevölke 
rung geblieben wären, eine gewachsene Nachfrage nach Le 
bensmitteln darstellten, oder, vom Staate in größerem Maß 
stabe zu Kulturzwecken angewandt, gleichfalls eine ent 
sprechende Nachfrage nach gesellschaftlicher Arbeit schaffen 
wiirdlen. Es ist zwar, klar, daß auf diese Weise für die Ge 
sellschaft im ganzen der Militarismus durchaus keine „Ent 
lastung“ ist. Allein anders gestaltet sich die Frage vorn Stand 
punkte des kapitalistischen Profits, vom Unternehmerstand-
	        
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