Full text: Das Mitteldarmepithel der Insektenlarven während der Häutung

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Die Ursachen für dies Verhalten der Sphärocyten liegen 
erstens in ihrer sezernierenden Tätigkeit, zweitens aber auch in 
den durch die Proliferation der Epithelmutterzellen geschaffenen 
Druckverhältnissen. Wir haben gesehen, dass schon ganz jugend- 
liche Elemente auf einem sehr frühen Stadium ihrer Entwickelung 
die alten Zellen des Epithels basal zusammenzudrücken vermögen, 
dass diese im weiteren Verlauf teilweise. kolbenförmige Gestalt 
anzunehmen gezwungen sind und bei einigen sogar der obere 
Teil blasenförmig in das Darmlumen vorgetrieben erscheint, 
worauf vielleicht eine von mir allerdings nicht beobachtete Ab- 
schnürung desselben erfolgt. Mitunter ist dann gegen Schluss 
der Häutung die Nebenachse der Cylinderzellen bis auf */, ihrer 
ursprünglichen Länge reduziert. 
Gleichzeitig mit dieser Komprimierung erfolgt die Ab- 
scheidung des in den Sphärocyten enthaltenen Sekretes, ein 
Prozess, der im Mitteldarm von vorn nach hinten verläuft (siehe 
auch Deegener (1909)) und erst gegen das Ende des Häutungs- 
zustandes beendet erscheint. Zu Beginn treffen wir die Zellen 
der vorderen Hälfte des Darmes in lebhafter Sekretion. Jedoch 
enthalten die meisten noch ihr Sekret, so dass ihr Linom nur 
undeutlich erkennbar ist, während einige, die ihren Inhalt bereits 
in das Darmlumen entleert haben, ein wohlausgebildetes Gerüst- 
werk zeigen, welches in den Zellen der hinteren Darmhälfte, wo 
keine Sekretkugeln angetroffen werden, fast überall deutlich er- 
kennbar ist. Hier ist. also, bevor die Raupe in den Häutungs- 
zustand eingetreten ist, eine lebhafte Ausscheidung des Sekretes 
vor sich gegangen, das nun wieder neu gebildet wird und in 
einigen Zellen schon das Linom verdeckt. Nachdem in den 
vorderen Darmpartieen durch lebhafte sezernierende Tätigkeit 
dasselbe überall klar erkennbar geworden ist, treten auch 
die Zellen der hinteren Hälfte in den Sekretionszustand ein, das 
Linom wird aber nicht mehr deutlich, da die hinten besonders 
lebhafte Wucherung der nun schon grösseren Epithelmutterzellen 
einen zu starken Druck auf die Sphärocyten ausübt, was zusammen 
mit der Bildung neuen Sekretes ein Hervortreten der netzartigen 
Struktur des Zellleibes verhindert, auch in dem Moment, wo 
einige Zeit vorher die Zellen ihr Sekret völlig entleert hatten. 
Ebenso lässt sich erklären, dass auch in den vorderen Regionen 
des Darmepithels das Linom, nachdem es noch einmal deutlich 
sichtbar geworden ist, alsbald wieder verschwindet, so dass gegen 
Ende des Häutungszustandes alle Sphärocyten ein mehr oder 
weniger homogenes Aussehen gewonnen haben.
	        
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