Full text: Das Mitteldarmepithel der Insektenlarven während der Häutung

weisen sich als mehr oder minder deutlich entwickelte Kerne, 
die, teilweise noch mit einem Ueberbleibsel des zugehörigen Zell- 
körpers versehen, durch allseitige Chitinabscheidung bereits ganz 
in das Innere der von ihnen ausgebildeten Lamelle verlagert sein 
können, die dann im Schnitt häufig in mehrere Aeste gespalten 
erscheint; oder die Chitinabsonderung ist noch nicht so weit vor- 
geschritten und hat auf der dem Darmlumen zugekehrten Seite 
noch garnicht oder eben erst begonnen, Ueber den Zweck der 
Chitinlamelle ist näheres nicht zu ermitteln (S. auch Schluss). 
Häutung. 
Der Beginn der Häutung charakterisiert sich im Mittel- 
darmepithel der Dermestes - Larve durch eine Abflachung der 
Regenerationsinseln, die miteinander in Verbindung treten, wobei 
die .Stützmembran der Länge nach gespalten wird, oder die sich 
ausbreitenden Inseln fortwährend an ihrer freien Oberfläche eine 
Membran abscheiden. Welche von diesen beiden Ansichten die 
richtige sein mag, kann ich nicht mit Sicherheit angeben, möchte 
mich aber der ersteren zuneigen. Jedenfalls bleibt das sich aus- 
bildende jugendliche Epithel dauernd durch eine Membran 
einerseits gegen die Muskulatur, andererseits gegen das Darm- 
lumen abgegrenzt. 
Der von vornherein nicht sehr innige Zusammenhang der 
basalen Chitinlamelle mit der auf ihr ruhenden Zellschicht des 
Mitteldarmes zeigt sich so weit gelockert, dass es unter der Ein- 
wirkung des Konservierungsmittels stellenweise zu einer völligen 
Abhebung des Epithels kommt, das schon die Zeichen des be- 
ginnenden Zerfalls trägt. Die Zellgrenzen sind im Verschwinden 
begriffen, die Anzahl der Kerne erscheint vermindert und das 
Protoplasma erweist sich als von einem grobmaschigen Netzwerk 
durchzogen, das dem alten Epithel ein unregelmässig vacuoläres 
Aussehen verleiht. Eine nutritorische Zone ist nicht mehr vor- 
handen, der Stäbchensaum ist stellenweise aufgelöst, lässt jedoch 
an seinen noch intakten Partieen noch beide Körnchenreihen er- 
kennen. Die weiter oben beschriebenen rätselhaften kugelförmigen 
Gebilde treten mit grosser Deutlichkeit hervor. 
; Die Regenerationsinseln, die zunächst nur abgeflacht oder 
durch eine schmale Protoplasmabrücke verbunden waren, breiten 
sich nun unter weiterer Vermehrung der Kerne allmählich immer 
mehr aus und fliessen schliesslich so in einander über, dass die 
Stellen, wo sie bisher gelegen‘ waren, nicht mehr erkannt werden 
können. So entsteht eine niedrige Protoplasmaschicht, in der ein
	        
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