Full text: Das Mitteldarmepithel der Insektenlarven während der Häutung

Hiermit sind unsere bisherigen Kenntnisse über das Verhalten 
des Mitteldarmes der Insekten während der Häutung erschöpft. 
Wir sehen, dass wir über die Vorgänge, die sich in diesem Zu- 
stand im Mitteldarmepithel abspielen, nur bei den Collembolen 
einigermassen genau orientiert sind, während unsere Kenntnisse 
über die in Frage kommenden Verhältnisse ‘.bei den übrigen 
Insekten äusserst lückenhaft sind und nur auf beiläufigen Mit- 
teilungen beruhen, die, zum Teil anscheinend in Widerspruch mit 
einander stehend, auf Grund nebenbei gewonnener Resultate ge- 
macht wurden. Hierzu sind auch die Publikationen von Möbusz 
und Verson zu rechnen, Eingehende Untersuchungen sind über 
die uns hier beschäftigende Frage, abgesehen von den Collembolen, 
bisher nicht bekannt geworden. 
Noch weniger als über die Insekten sind wir über die sich 
an die. Häutung anschliessenden Vorgänge im Mitteldarm anderer 
Arthropoden orientiert. Hier liegt nur. eine kurze Bemerkung 
v. Raths (1890) vor, der bei Polydesmus (Chilognath) bei der 
jedesmaligen Häutung eine Abstossung und Neubildung des ge- 
samten Mitteldarmepithels konstatieren konnte. Braun (1875) hat 
in seiner Arbeit über die histologischen Vorgänge bei der Häutung 
des Flusskrebses den Mitteldarm überhaupt übersehen. 
Material und Methode. 
Von mir gelangten zur Untersuchung die Larven von sechs 
Vertretern vier verschiedener Ordnungen der holometabolen 
Insekten und zwar von den Lepidopteren Deilephila euphorbiae 
und Hyponomeuta evonymella, von den Hymenopteren eine zu 
den Tenthrediniden gehörige Form, Arge, von den Dipteren 
Calliphora und von den Coleopteren Melasoma vigintipunctata 
und Dermestes lardarius. 
Es handelte sich darum, diese Tiere im Zustande der Häutung 
zu \konservieren, ein Zustand, der äusserlich . mit Sicherheit nur 
den Raupen von Deilephila euphorbiae anzusehen war. In der 
Häutung krümmen diese,Tiere ihre vordere Körperregion schwach 
aufwärts, während sie mit den Abdominalfüssen irgend einen 
Gegenstand fest umklammern, sei es ‚nun einen Stengel ihrer 
Futterpflanze, einen zufällig in ihren Behälter hineingeratenen Faden 
oder irgend etwas anderes. Dabei ziehen sie den Kopf, ihn 
ventralwärts herunterbiegend, ein, legen die Thoracalgliedmassen 
eng an den Körper und strecken sie nach vorn. Nach meiner 
Erfahrung nehmen sie diese Haltung nur im Zustande der Häutung
	        
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