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lich nicht sagen; aber trotzdem kann man behaupten, daß die
Arachniden mit ihrer Speise haushälterisch umgehen.
Nach längerem Hungern lassen sich in den großen keulen-
förmigen Zellen alle geformten Bestandteile vermissen, wohin-
gegen die kleineren, elliptischen ihr zuerst beschriebenes Aus-
sehen haben.
Nachdem wir uns somit Klarheit verschafft haben über
das Verhalten des „Leber“epithels während der Nahrungs-
aufnahme und Verdauung, können wir entscheiden, ob es
homomorph (Berlese) ist oder dimorph. Wir haben konsta-
tiert, daß in morphologischer Hinsicht die von uns mit A und
B bezeichneten Zellen sich in jeder Phase ihres Lebens gut
und mühelos von einander unterscheiden lassen: Immer
zeichnen sich die Zellen B vor den andern aus durch die
Größe ihres Kernes, durch die Färbbarkeit ihres Plasmas und
durch das Verhalten ihres Inhaltes. Niemals war zu be-
merken, daß die Zellen B _heranwachsen zu den Zellen A,
dagegen stets, daß jene, wenn ihre Vakuolen mit acidophilen
Kugeln gefüllt sind, sie diese in basophile verwandeln, sich
derselben entledigen und an Größe abnehmen, kurz, daß beide
Zellarten nichts mit einander zu tun haben. Und mit Rück-
sicht auf ihre Funktion wurde festgestellt, daß die großen
Zellen (A) resorbierend, verdauend und exkretorisch tätig
sind, während die kleinen Zellen (B) an diesen Prozessen
keinen Teil haben. Somit müssen wir das Epithel der Mittel-
darmdrüse der Arachniden als dimorph bezeichnen und gegen
die Ansicht Berseles Einspruch. erheben. In den großen
Zellen (A) findet intrazellulär die eigentliche Verdauung statt;
wir wollen sie von jetzt ab Nährzellen nennen.
Daß die Spinnen überhaupt intrazellulär verdauen, konnte
nach den Arbeiten Bernards und Berleses nicht mehr be-
zweifelt werden. Allerdings spielt sich die Verdauung inso-
fern nicht vollständig intrazellulär ab, als bereits außerhalb