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IV. 5lbftön. Ber IRelegionsuntetritbt in den 33oltsfd)u!en
§ 14. ülltgcmcincs.
1. ®er SReligionsunterridjt toirb uou einem Slngcljörigcn ber bc=
treffcitben 9?cIigionsgcicUicf>nft in Uebcrcinftimmung mit iljteit (5runb=
fätjcn unbcfchabet bes Sfluffidjtsredjts bcs Staates erteilt. ©cfenntnis=
ucntmnbtc tönnen zur ©rteilung bcs SRctigionsuntcrridjts zugeiaffen
werben.
2. 3» ben ©emeinfd)afts= unb SBelcnntnisfdjulen ijt fiir SBefenntnis=
minbcrfjcitcn SReligtonsuntcrridjt als orbcntlichcs Öeljtjadj einjuric^ten,
löcitn burdjjdjnittlicb minbeftens zwölf Äinber bcs betreffenben 9Rinber=
heitsbefcnntniffes in ber Sdfule uorljanben finb, bie am SReligicns=
unterricht teilnehmen.
3. $ie SBefttmmungcu über Setjrplnn, 2ctjr= nitb Setitbiirfjcr fiir beit
^Religionsunterricht merben im Cänncrnehmen mit ber SReligions=
gcielijchnft crlaifen. Sind) bei ber gcftfcfiung ber 3«hl ber biefent
Unterricht per SBcrfiigung ftchcnbcn SKSodjcnftunbcn wirft bie SReligions=
gcfcltichaft mit.
21b'fa| 2 fiefjert ben S8efenntni3minberheiten — unb gmar [dfon
Bei gmölf ®inbern — eigenen ^Religionsunterricht. Jjtn ©efeiz ift au
feiner ©teile gu finben, bafj beit BetcnntniSfreien öinöern, bie in ber
iDcinberfjeit finb, in entfprechenber Sffieife entgegengefommen wirb.
©ernbegu unerhört ift bie Einräumung ber 2)?itbe[timmuug§red)te
ber fi'irchc irt ben Unterricf)t§betrieb (2lfi|. 3). Sticht genug, baß bie
Unterrichtsmittel Bon ber Stircfjc entmeber felbft beftimmt ober gunt
ntinbeften genfiert lucrben, auch bie ßaljl ber UnterrichtSftunben für
ihren ^Religionsunterricht fehl fie felbft feft, natürlich P ungnnften
bc§ übrigen Unterrichtes; benn bie ©efamtftunbcngabl mirb üom
Staate angegeben. Unb jebe Steligionsftunbe mehr, bebcutet eine
33er für jung ber übrigen UnterridftSgeit.
§ 15. S|?ri»ater SRelfgtonsunterridp.
1. gatls in einer ©emctnfd)ttfts= ober SBelennintsftfjule fiir bie
SB c f e n n t n i s nt i n b c r h e i t wegen pi geringer Sdjiilerzahl
SRetigionsuntcrrictjt nicht erteilt wirb, finb auf SBJunfdj bet l£rpebungs=
berechtigten zur ©rmöglichung; eines priemten SReligicnsuntcrridjts
Sdpilräutnc nebft §ciping uitb SBeleurijtung unentgeltlich bercitpi=
ftcllcu. ®ic meiteren SBorausfehungcn unb ben Umfang ber SBercit=
Rettung beftimmt bas Sanbcsrcctjt.
2. g ü r Äinbctj bie einem SB c t e n n t it i s a n g c h ö r c u
unb eine hefenntnisfreie S cf) u l c bcjuibcn, ift auf äßunfdj ber
©rjichungsbercchtigten in gleicher StUcifc ein p r i u a t c r SR e 1 i =
gionsunterricht z« ermöglichen, es fei benn, bag innerhalb ber
©emeinbe bie StRöglicfpeit 5um SBefudfc bcs SRcligionsunterridjts in
ihrem SBetenntnis an einer ©emcinjdjaftss ober SBctcnntnisfchute
bcftcht.
®en SBefenntniSfchuIen mirb ber lohte SSuSmeg" gegeigt, ber int
umgefchrtcn gälte für bie SBefcnntniSfrcicn nicht genehmigt ift.
§ Iß. ©inficipnahme in ben SReligionsunterridjt.
3ur ffiinfichtnahme in ben SRcIigitmsunterricijt bcftcllt ber Staat
im Sdjulrocjcu erfahrene SBeauftragte, bie non ber SRcltgionsgefcllfdjafi
norgefdjlagcn roerben. 3Scn oberjten Stellen ber SReltgionsgcfcUfdjaften
ift Gelegenheit pt geben, fidj bauoit pt überzeugen, ob ber SReligtonss
unterricht in Ucbcreinftimmung mit ben ©runbfähcn ber SReligions:
gefellfdjaft erteilt mirb.
SBieberum ein SBerfaffungSbrucf): Sie Sßiebetcinführung ber nach
Strtifel 144 unb 149 aitSbrücflicf) aufgehobenen geiftlicßen
© dj u I a u f f i ch t. Sarin liegt für bie fircljen natürlich ber
ijjauptfern ihrer gangen gorberung. 9Rit ber ©chulaufficht finb fie
bie mirflidjcit §erren ber ©chutc. 3 U beachten ift, baß fiel) bicfeS