Die Untersuchung .des Blutes kranker Hunde ergab bezüglich
der Zahl und Form der Erythrozyten in der Regel nichts
Abnormes, dagegen waren die Leukozyten gewöhnlich mehr
oder weniger vermehrt, Dabei fiel die Verschiebung im
Verhältnis der einzelnen Leukozytenarten auf, insofern als
die Zahl der polymorphkernigen neutrophilen Leukozyten
in die Höhe ging, die der Lymphozyten kleiner wurde und
lie Eosinophilen in schweren Fällen überhaupt fehlten.
Mit Hilfe des nukleinsauren Natriums ist man wohl imstande,
dei gesunden und bei kranken Hunden eine bedeutende Hyper-
'eukozytose hervorzurufen.
Bei dieser künstlichen Hyperleukozytose beobachtet man ein
Ansteigen der polymorphkernigen neutrophilen Leukozyten,
während die Lymphozyten weniger werden, und die KEosino-
philen, insofern sie überhaupt vorhanden waren, zur Zeit der
Temperaturerhöhung fehlen.
Vor Eintritt der Hyperleukozytose bemerkt man eine kurz
andauernde Hypoleukozytose.
Eine heilsame Wirkung der Nukleinsäure hat sich in schweren
Fällen von Staupe nicht erkennen lassen. In leichteren Fällen
dagegen traten bei den mit Nukleinsäure behandelten Hunden
schwere Komplikationen im Verlauf der Staupe nicht auf.
Als Prophylaktikum hat sich die Nukleinsäure bewährt.
Die Nebenwirkungen, welche nach Injektion von Nukleinsäure
auftreten, sind nur von kurzer Dauer und ohne Gefahr für
las Leben der "Tiere.
),
10.
Herrn Professor Regenbogen, auf dessen Anregung ich vor-
stehende Untersuchungen machte, möchte ich an dieser Stelle für
die Überlassung des Themas, sowie für liebenswürdigen Rat und
und Unterstützung während der Arbeit meinen verbindlichsten
Dank aussprechen. Ebenso möchte ich es nicht unterlassen, der
Firma Boehringer & Söhne, Mannheim-Waldhof, für das kosten-
(os zur Verfügung gestellte Natrium nucleinieum „Boehringer“
herzlich zu danken.