Full text: Über die Verwendbarkeit des Medinals in der Veterinär-Chirurgie

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O0. Meyer. 
für zu unsicher und fürchtet unangenehme Nebenwirkungen, 
In dem letzten Punkte kann ich mich ihm anschließen, und 
ich möchte seine Ansicht dahin ergänzen, daß zur KErzie- 
lung einer hypnotischen Wirkung zu Dosen ge- 
griffen werden muß, die an der Grenze der toxi- 
schen stehen. Dann sind auch bei derartigen Dosen die 
Komplikationen (Abszeß) und die Nebenwirkungen (starke 
Unruhe) zu fürchten, Auch als Sedativum halte ich es 
wegen des fast ausnahmslos sich einstellenden Er- 
regungsstadiums für ungeeignet. Die Heilwirkung des 
Medinals bei der nervösen Staupe vermag ich nicht zu be- 
urteilen. 
Bezüglich der Wirkung beim Pferde möchte ich her- 
vorheben, daß die Lähmungserscheinungen in den 
Vordergrund treten, Ganz abgesehen von den schweren 
Komplikationen, die regelmäßig eintraten, erzielte ich nur 
eine starke Gleichgewichtsstörung neben leichter motorischer 
Lähmung. Das Medinal ist daher für das Pferd nicht 
brauchbar. 
Im Vergleiche mit den von Roschig [9] aufgestellten 
Dosen habe ich ganz abweichende Ergebnisse erhalten. Die 
Todesdosis für den Hund, nach Roschig 0,16 g pro Kilo- 
gramm Körpergewicht, ist viel zu niedrig. Es ist mir mit 
dieser 3—4fachen Todesdosis (0,5—0,6 g pro Kilogramm 
Körpergewicht) nicht gelungen, den Tod herbeizuführen. Bei 
der Katze, für die Roschig 0,51 als Todesgabe bezeichnet, 
liegt diese niedriger, da ich schon bei der Injektion von 
0,32 g pro Kilogramm Körpergewicht einen tödlichen Aus- 
gang erhielt. 
Literatur. 
1. Steinitz, Ueber die therapeutische Verwendung leicht. löslicher 
Schlafmittel aus der Veronalgruppe. Therapie der Gegenwart, 
Juli 1908. 
2. Munk, Klinisch-therapeutische Versuche mit Medinal. Medizinische 
Klinik 1908, Nr. 48. 
3. Prato, Das neue Hypnotikum Medinal in der psychiatrischen Praxis. 
Uebersetzung aus Rivista Sperimentale di Freniatria Bd. XXXIV, 
1908, Heft II/IV. 
4. Ebstein, Ueber Erfahrungen mit Medinal (Schering). Münchener 
med. Wochenschr. 1909, Nr. 3. 
5. Fabinyi, Ueber Medinal, ein vervollkommnetes Schlafmittel aus 
der Veronalgruppe. Uebersetzung aus Gyogyaszat 1909, Nr. 12. 
6. Peretti, Erfahrungen mit Medinal. Sitzungsbericht über den 
akademischen Vortrags- und Demonstrationsabend in Düsseldorf. 
Medizinische Klinik 1909, Nr. 27.
	        
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