Halswirbelbrüche und Tortikollis. 927
findet sich als Grundlage der tiefen Fovea eine gut ausgebildete Com-
pacta, die sich ventral fortsetzt und dort als starkes Gewölbe bis zum
Beginn des Kondylus nach vorn verläuft. Von diesem Gewölbe aus
spannen sich die Spongiosabälkchen nach vorn zur Substantia compacta
des Kondylus und nach hinten zur Substantia compacta der Fovea, den
Druckaufnahmeplatten. Einzelne Bälkchen gehen direkt von der Fovea
zum Kondylus. Im Kondylus zeigt sich ein besonders dichtes Maschen-
werk, während im hinteren Abschnitt des Wirbelkörpers eine Auflocke-
rung der Spongiosa eintreten kann, da dort die Compacta stärker ent-
wickelt ist. Die Spongiosabälkchen, die von der hinteren Druckauf-
nahmeplatte ausgehen, stehen auf der Compacta der Fovea senkrecht,
müssen also miteinander divergieren. Zu ihnen vertikal stehen andere
Knochenbälkchen, die zur Fovea parallel verlaufen. Sie finden sich
überall an konkaven Druckflächen, nie an konvexen, werden als Zug-
brajektorien angesprochen und haben die Bedeutung, die divergierenden
Spongiosabälkchen zueinander zu befestigen. In der Mitte des Wirbel-
Fig, 1.
Medianschnitt durch den III. Halswirbel.
körpers über der gut entwickelten Compacta des ventralen Gewölbes
antsteht eine solche starke Auflockerung im Spongiosagewebe, daß es
zur Bildung von kleinen Markräumen kommt.
Der Durchschnitt durch den Bogen (Fig. 1) zeigt ebenfalls das
Vorwiegen der Spongiosa, die sich an der Peripherie nur zu einer
schwachen Compacta zusammenlegt, Die Richtung der Knochenbälkchen
ist vorzugsweise von vorn unten schräg nach hinten oben, welche Rich-
tung mit der Zugrichtung des Nackenbandes und der dorsal ansetzenden
Muskeln übereinstimmt.
Auf dem Medianschnitt des Epistropheus lassen sich im großen
ganzen dieselben Verhältnisse nachweisen. Im Unterschied zum Kon-
dylus des 3. Halswirbels zeigt der Dens eine starke Compacta, die aus
seiner Funktion als Achse des Drehgelenks notwendig wird. Der Bogen
resp. die Crista dorsalis des Epistropheus ist sehr stark. Der Verlauf
der Spongiosabälkchen ist ebenfalls nach hintenhin ansteigend.
Ein Medianschnitt durch den Atlas zeigt im oberen Bogen eine
dünne Compacta, von der die Spongiosabälkchen entspringen und sich
in verschiedener Richtung durchkreuzen. Der Schnitt durch den unteren
Bogen ist etwa rhombisch und zeigt im vorderen und hinteren Teil eine