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in ovigene (ovulogene), welche aus dem Eierstocksei entstehen (Dermoide, Dermoid-
karzinome, Teratome). Die epithelialen Neubildungen teilt Pfannenstiel endlich
in nicht destruierende (Kystome, Papillome) und destruierende (Karzinome) ein,
Bei der Abgrenzung der nicht destruierenden epithelialen Neubildungen
gegen andere pathologische Zustände am Ovarium machen allein diejenigen
zystischen Gebilde Schwierigkeiten, die man seit alters auf eine Dilatation des
Graafschen Follikels bezog, und als Hydrops folliculorum, Hydrops ovarii, Folli-
kularzysten oder als einfache Zysten bezeichnete. Waldeyer schied diese Gebilde
scharf als Retentionszysten von den zystischen Gewächsen im eigentlichen Sinne,
den sog. Kystomen. Olshausen berührt zwar diese Frage nicht ausdrücklich,
aber aus seinen Ausführungen darf man wohl schließen, daß er die einfachen
Zysten nicht zu den Neubildungen zählt. Auch in der neueren Literatur wird fast
überall an dieser Auffassung festgehalten, doch machen sich einzelne gewichtige
Stimmen für den Geschwulstcharakter der einfachen Zysten geltend,
Rokitansky (17) hat, wie Olshausen annimmt, den ersten Fall einer er-
heblichen Vergrößerung der Ovarien durch zystöse Entartung äußerst zahlreicher
Follikel beschrieben. In einem Schulfalle waren beide Ovarien ein Aggregat von
kirschen- bis nußgroßen Zysten, welche meist dicht aneinander lagerten, sich hier
und da wechselseitig abplatteten oder auch leicht ineinander protuberierten.
Einzelne derselben lagerten mindestens zum größten Teil in einem ziemlich reich-
lichen dichten Bindegewebe (Stroma ovarii). Die Oberfläche der Tumoren war
demnach leicht gelappt und besonders hier saß zwischen den Protuberanzen hier
und da ein hanfkorn-, ein erbsen-, ein bohnengroßer Follikel. Der Tumor des
rechten Ovariums war kindskopfgroß, der des linken faustgroß. Viele der Zysten
enthielten. einen lockeren, runden, zum schmutzigen Braunrot entfärbten Blut-
klumpen, auf dessen Oberfläche sich eine Schicht feinen Fibrins ausgeschieden
hatte. Andere zahlreichere Zysten enthielten eine von Blutkügelchen gelbgefärbte,
andere eine grünliche bronzefarbige Flüssigkeit. In einer dieser Zysten war eine
kollabile, höchst zarthäutige Blase suspendiert, die sich als eine feingranulierte
Membran auswies, an der fettkörnchenhaltige Elemente der Membrana granulosa
hafteten; außerdem war diese Zyste von einer Membran ausgekleidet, die einer
zarten Faserstoffgerinnung glich, in welcher zahlreiche runde und spindelförmige
Zellen sahen.
Die erwähnten zwischen den Zysten vorgefundenen Follikel bis zu denen von
Bohnengröße hin entleerten beim Einstiche eine farblose oder eine grünlich-bräun-
liche Flüssigkeit mit membranähnlichen Flocken, Diese erschienen als die Trümmer
einer Membrana granulosa, deren Elemente zahlreiche Fettkörnchen enthielten. In
allen ließ sich das Ei auffinden, es war aber in allen augenfällig gelockert, sehr
trübe, leicht zu desaggregieren; die Zona pellucida hatte an den meisten die
Schärfe der äußeren Begrenzung verloren, und bis auf eines war in allen das
Keimbläschen verschwunden.
Nr. 1. Es liegen Ovarienzysten vor, die sich sämtlich bis zum höchsten
Grade von Wahrscheinlichkeit aus den Graafschen Follikeln ableiten lassen.
a) Es sind augenscheinlich einfache einkammerige Zysten, eingebettet in das
Stroma des Eierstocks.
Sie bieten vom Follikel bis zur Zyste von Nußgröße die mannigfaltigsten
Stufen der Vergrößerung des ersteren dar,