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Follikeln an Größe entsprechen. Solche Bildungen sind schon bei Neugeborenen
beobachtet. Man erklärt sie aus überstürzter. Reifung mehrerer Follikel oder leitet
sie aus verlagertem Oberflächenepithel bzw. Resten der Markstränge her. Sicherlich
wird von den Autoren unter kleinzystischer Degeneration verschiedenes verstanden.
Die heterochrone Reifung der Follikel, die zweifellos vorkommt, ist von der ge-
schwulstartigen kleinzystischen Degeneration zu trennen. Hier tragen die Zysten
meist besondere bindegewebige Wandungen ohne besondere Theka. Sie enthalten
kein Follikelepithel und keine Eier. Ihr Epithel ist einschichtig und zeigt fleck-
förmiges Auftreten von Flimmerepithel. Neben den Zysten findet man drüsenartige
Bildungen in der Rindenschicht mit gleichem Epithel. Diese Zystenbildungen
leiten zu den größeren Zystengeschwülsten über.
2. Epithelbekleidete und epithellose Follikelzysten. Sie erreichen Walnuß-
bis Kleinapfelgröße und gehen aus Follikeln hervor, die epithelbekleideten aus
übermäßig anwachsenden, nicht berstenden Follikeln (eigentliche Follikelzysten),
die epithellosen aus einem Corpus luteum oder Corpus fibrosum oder candicans,
dessen zentraler Hohlraum durch eine Art Transsudat erweitert wird. (Corpus luteum-
oder Corpus fibrosum-Zysten.) Alle genannten Zysten enthalten eine klare, seröse
Flüssigkeit. In der Corpus luteum-Zyste sieht man schon makroskopisch an einem
Pol ein gelblich gefärbtes Segment, welches mikroskopisch dem plattgedrückten,
bei der normalen Eireifung beschriebenen Halbmond von Luteinzellengeweben ent-
spricht. In anderen Fällen ist dasselbe bereits durch fibröses oder hyalines Ge-
webe ersetzt.
3. Zystengeschwülste. a) Glanduläre Kystome (Pseudomucinöse Kystome,
multilokuläre Kystome). Mit den drei Namen sind auch die wichtigsten Charak-
teristikon dieser Geschwülste gegeben. Fast stets handelt es sich um vielkammerige,
oft aus zahllosen kleineren und größeren Zysten zusammengesetzte, mit glatter oder
grobkörniger Oberfläche versehene Geschwülste, welche ganz enorme Größen er-
reichen können. Der Inhalt der Zysten zeigt eine sehr wechselnde Konsistenz, bald
rein serös, bald schleimig, aber selten wirklich fadenziehend, bald gallertig steif.
Die Innenfläche ist meistens glatt, selten mit feinen Warzen besetzt. Die Aus-
kleidung besteht aus einfachem Zylinderzellenepithel. Ueber die Entstehung ist
nichts Sicheres bekannt. Man leitet sie von angeborenen Inseln verlagerten Ober-
fAächenepithels oder Markschlauchresten ab oder glaubt, daß es sich um teratoide
Bildungen mit einseitig entwickelter Epithelart handelt.
b) Papilläre Kystome, unilokuläre Kystome, seröse Kystome. Hier handelt es
sich meist um einkammerige, sehr oft doppelseitig auftretende Zystengeschwülste,
welche relativ klein bleiben, bis kindskopfgroß, selten größer werden, deren Inhalt
eine klare, gelegentlich blutig gefärbte seröse Flüssigkeit darstellt, Die Innen-
fläche ist nur selten glatt, meist in mehr oder weniger großer Ausdehnung von
feinwarzigen Wucherungen bedeckt. Die Auskleidung besteht aus einem hohen,
zum Teil flimmernden Epithel. Ueber die Genese ist nichts Sicheres bekannt.
Doch ist es wahrscheinlich, daß sie aus verlagerten oder unentwickelt gebliebenen
Oberflächenepithelien des Ovariums ihren Ursprung nehmen,
c) Schließlich gibt es kleinere, mehr intraligamentär entwickelte, im Ovarial-
hilus ihren Ursprung nehmende Zysten, welche fast an Parovarialzysten erinnern,
da sie in die Gegend des Parovariums vorrücken. Sie besitzen einfaches Zylinder-