Full text: Zur pathologischen Anatomie des Stuteneierstockes

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Von 100 untersuchten KEierstöcken zeigten 86 die Veränderungen 
der follikulären kleinzystischen Degeneration. In der Regel waren 
beide Kierstöcke gleichzeitig verändert, nur in einem Falle (31) war 
der eine Eierstock frei von jeder Zystenbildung. In einem zweiten 
Falle (32) war ein Eierstock in eine einzige kindskopfgroße Zyste 
verwandelt, deren Herkunft nicht mit Sicherheit zu ermitteln war. 
In 3 KEierstöcken habe ich je eine Corpus-luteum-Zyste beobachtet. 
In 25 Fällen, darunter die Kierstöcke der- jugendlichen Tiere, 
blieben die Zysten in ihrer Ausdehnung unter Bohnengröße, in den 
übrigen fanden sich stets auch kirschgroße Hohlräume, deren durch- 
schnittliche Anzahl 7 bis 8 betrug; bei 2 Eierstöcken (15 und 40) 
waren Hohlräume von der Größe eines Taubeneies vorhanden. Außer 
diesen Zysten waren in jedem Eierstock kleinere Bläschen zu finden, 
die verschiedene Entwickelungsstufen Graafscher Follikel darstellten. 
Die äußere Beschaffenheit der Eierstöcke konnte, solange es sich 
um kleinere Zystenbildungen handelte, ganz unverändert sein; sobald 
aber die Zysten Kirschgröße erreichten, traten sie mehr oder weniger 
deutlich als gelbliche Blasen auf der Oberfläche hervor und verliehen 
derselben mitunter ein traubiges Aussehen. , 
Während bei den kleinen Hohlräumen die Zahl der zystisch ver- 
änderten Follikel bei den einzelnen Eierstöcken verschieden groß war, 
jedenfalls aber gegenüber der Zahl der normalen Follikel in der Regel 
zurücktrat, waren von den kirschgroßen Hohlräumen höchstens zwei 
in jedem Eierstocke unverändert vorhanden. Dieser Umstand veran- 
laßt mich anzunehmen, daß bei jeder Brunst durchschnittlich nur 
2 Follikel reifen und eventuell platzen; die übrigen Blasen stellen bereits 
zystisch entartete Follikel dar. Hiermit in Einklang steht auch die 
Anzahl der in zwei zugehörigen Eierstöcken gefundenen gelben Körper; 
es waren höchstens stets zwei blutige frische Körper (Corpora haemor- 
rhagica) und höchstens ebensoviele gelbe Körper (Corpora lutea) vor- 
handen, die von der vorhergegangenen Brunst stammten. Die übrigen 
Reststadien ehemaliger gelber Körper stellten sich meist als haferkorn- 
große braune Flecke (Corpora fibrosa) dar, die noch eine strichförmige 
Verbindung mit der Ovulationsgrube besaßen und in verschieden großer 
Anzahl vorhanden waren. Gileichaltrige gelbe Körper gehörten ent- 
weder einem KEierstocke an oder verteilten sich auf beide. 
Bei neugeborenen Pferden hat noch keine Absonderung von 
Liquor folliculi statt; findet man bei ihneu die Follikel durch Flüssig- 
keit ausgefüllt, so liegt Hydrops follicularis vor. Als Beweis führe
	        
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