Full text: Zur pathologischen Anatomie des Stuteneierstockes

ich an, daß ich in zwei Fällen noch keine Bläschen fand, in allen 
übrigen Fällen aber an den Hohlräumen die Veränderungen der 
zystischen Entartung fand. 
Die Merkmale einer zystischen Veränderung an den Follikeln 
können sehr verschiedenartig sein. Hervorgehoben sei, daß auf die 
Größe gar kein Gewicht gelegt werden kann, da schon stecknadel- 
kopfgroße Follikel zystisch entartet sein können. Das einfachste 
makroskopische Merkmal ist das beim Oeffnen der Zyste sich mit dem 
Inhalte entleerende graue oder gelbliche, nebelartige Häutchen, das 
die zusammengefallene Membrana granulosa darstellt. Hiergegen 
könnte der Einwurf erhoben werden, daß sich das Follikelepithel auch 
im normalen Follikel vor dem Bersten ablöst. Demgegenüber führt 
Ellenberger ausdrücklich an, daß sich das Epithel im geborstenen 
Follikel erhält; andererseits müßten erst eingehende Untersuchungen 
angestellt werden, ob die Luteinzellen sich aus dem Follikelepithel 
oder der Theca interna entwickeln, da diese Frage beim Pferde noch 
nicht entschieden ist. Ich halte genanntes Merkmal für das einfachste 
makroskopische, da die Zystennatur fast stets durch die mikrosko- 
pische Untersuchung bestätigt wird. 
Ist das Häutchen nicht zu finden, sei es, daß es schon zerfallen 
und resorbiert ist, so ist allein die mikroskopische Untersuchung ent- 
scheidend, wenn man nicht aus der großen Anzahl‘ bohnen- bis 
kirschgroßer Hohlräume auf eine zystische Entartung schließen will. 
Dafür, daß eine Zyste aus einem Follikel hervorgegangen ist, genügt 
als Beweis der Nachweis der aus einer Tunica externa und Tunica 
interna zusammengesetzten Wand. Dieser Nachweis könnte nur dann 
Schwierigkeiten bereiten, wenn es sich um eine zystöse Entartung von 
Primordialfollikeln (namentlich bei jugendlichen Tieren) handelte, wenn 
diese noch keine besonders entwickelte Wand besitzen; jedoch er- 
reichen diese Zysten nur eine geringe Größe und lassen als besondere 
Merkmale das Epithel und das Ei erkennen. 
Der Nachweis des Follikelepithels besitzt eine erheblich geringere 
Bedeutung, da dasselbe häufig nicht mehr erhalten ist und anderer- 
seits epitheliale Neubildungen vorkommen, deren Hohlräume mit 
einem dem Follikelepithel sehr ähnlichen Epithel ausgekleidet sind. 
Was endlich den Nachweis eines Eies angeht, so ist derselbe 
mindestens nicht nötig, Wenn das Ei nicht in der entleerten Zysten- 
(lüssigkeit mit der Lupe aufzufinden ist, so ist der Nachweis in 
Serienschnitten durch den ganzen Hohlraum einmal sehr umständlich:
	        
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