Die Tatsache, daß die Knochen des Menschen und die der
Haustiere nicht regellos aufgebaut sind, die äußere Form und die
innere Einrichtung (Architektur) der einzelnen Knochen vielmehr
eine bestimmte, eigentümliche, durch die Statik und Mechanik der-
selben notwendigerweise bedingte und daher stets wiederkehrende
Gestalt und Einrichtung aufweisen, ist durch eine große Anzahl
diesbezüglicher Untersuchungen auf dem Gebiete der Anatomie
festgestellt und erhärtet worden. Diese Forschungen zogen auch
sehr bald die Erkenntnis nach sich, daß durch mechanische Form-
veränderungen, wie Frakturen, abweichende Inanspruchnahme,
chronische Krankheitsprozesse usw. sowohl die äußere Form wie
die innere Architektur der Knochen stets eine der veränderten
Statik und Mechanik entsprechende Umwandlung erfahren. Die
Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in dem von Wolff be-
gründeten Gesetzder Transformation der Knochen
zusammengefaßt, dessen Richtigkeit im allgemeinen durch viel-
fache Arbeiten auf dem Gebiete der Chirurgie und Pathologie,
sowohl der Human- wie der Veterinärmedizin. nachgeprüft und
bestätigt ist.
Durch eine Preisaufgabe der Königlichen Tierärztlichen Hoch-
schule zu Berlin für das Jahr 1910: Das Wesender Trans-
formation der Knochen und die Bedeutung der-
selbenfürdie Knochen-und Gelenkkrankheiten
des Pferdes darzustellen, wurde meine Aufmerksam-
keit auf diese Frage gelenkt und wachgehalten. Die damals be-
vgonnenen Untersuchungen habe ich deshalb in der Folgezeit fort-