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Untersuchung in zweifacher Weise ausgeführt werden.
Durch die totale Hydrolyse kann nur festgestellt wer-
den, in welchem Mengenverhältnis die einzelnen Ami-
aosäuren in den zu untersuchenden Körpern enthal-
ten sind. Sie gibt uns jedoch keine Auskunft dar-
über, ob bestimmte Eiweisskörper identisch sind. Wenn
nämlich auch zwei Proteine bei der totalen Hydrolyse
lieselben Aminosäuren in dem gleichen Mengenver-
hältnis liefern, so kann ihr Aufbau trotzdem voll-
ständig verschieden sein, in dem z. B. die Reihenfolge
der einzelnen Bausteine nicht die gleiche ist. Die
Frage nach der Identität zweier Eiweisskörper kann
nur durch die Ergebnisse der partiellen Hydrolyse
geklärt werden. Kann man aus zwei Proteinen grö-
ssere Bruchstücke abspalten die unter einander gleich
sind, so darf man mit grosser‘ Wahrscheinlichkeit den
Schluss ziehen, dass beide identisch sind.
Bei vergleichenden Untersuchungen über Zusam-
inensetzung und Aufbau der Proteine müssen sich
demnach die totale und die partielle Hydrolyse er-
yänzen.
Abderhalden war nun der erste, der es unter-
nommen hat, derartige vergleichende Untersuchungen
auszuführen und zwar wählte er dazu eine grössere
Anzahl von Seidenarten, die er direkt aus dem Ur-.
sprungsland erhalten hatte. Dieses Protein hat den
Vorzug, dass seine Zusammensetzung durch die Un-
lersuchungen Fischers genau bekannt ist und dass
ausserdem die partielle Hydrolyse beim Seidenfibroin
bis jetzt am erfolgreichsten gewesen ist, indem bis jetzt
aus ihm zwei Dipeptide und ein Tetrapeptid isoliert
worden sind. Der Plan Abderhaldens war nun, durch
die totale Hydrolyse festzustellen, ob die verschiede-
nen Seidenarten verschiedener Herkunft auch eine ver-
schiedene Zusammensetzung zeigen. Später sollen die