Full text: Türkische Märchen

25 
Als er zum Prinzen kam, sagte er: „Mein Prinz, als wir 
unterwegs waren, nahm die Prinzessin ihre Kinder, warf 
sie, ohne daß wir es sahen, aus dem Wagen und entfloh. 
Und mein Prinz, ein Mädchen, das von den Bergen kommt, 
schafft nichts Gutes. Vom Berge ist sie gekommen und wie 
der auf den Berg gegangen.“ Als der Prinz das hört, wird 
er bewußtlos, fällt auf der Stelle auf den Boden und wird 
ohnmächtig. Man besprengte sein Gesicht mit Rosenwas 
ser, und er kam wieder zu sich. Dann trauerte er um das 
Mädchen. 
Die wollen wir nun verlassen und sehen, wie es dem Mäd 
chen ergangen ist. Sie war weinend von Berg zu Berg ge 
gangen und war schließlich in ihres Vaters Land gekom 
men. Sie wechselte ihre Kleider und ging auf den Basar. 
Sie kam zum Laden eines alten Halwahändlers, dessen 
Laden verfallen war. Nachdem sie ihn begrüßt hatte, sagte 
sie zu dem Alten: „Willst du mich als Lehrling annehmen ?“ 
Der Halwahändler antwortete: „Ach, mein Sohn, ich kann 
kaum das Geld für mein Abendbrot verdienen. Wenn ich 
dich als Lehrling nehme, wie sollte ich dir Lohn geben ? 
Außerdem habe ich auch die Halwazubereitung vergessen.“ 
Das Mädchen antwortete: „Vater, ich verlange von dir 
nichts. Gib mir nur die Kost. Dafür arbeite ich. Wir er 
nähren uns von dem, was Gott gibt.“ Als der Alte diese an 
genehmen Worte hörte, widersprach er nicht und sagte: 
„Gut, mein Sohn, komm.“ Dann küßte das Mädchen seinem 
Meister die Hand, trat ein und setzte sich in dem Laden hin. 
Nach einigen Tagen streifte das Mädchen seine Ärmel auf, 
ging an den Herd und fing an Halwa zu bereiten. Sie 
machte ein schönes Halwa und setzte ihrem Meister eine 
Probe vor. Ihr Meister langte zu, und nachdem er etwas ge 
gessen hatte und der angenehme Geschmack auf der Zunge 
geblieben war, sagte er: „Mein Sohn, du hast ein sehr gutes 
Halwa gemacht. Möge deine Hand dir gesund erhalten 
bleiben! Möge Allah sie vor dem bösen Blick bewahren.“ 
Dann wusch sie denStein (auf dem Ladentisch) ab undlegte
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.