Full text: Die Geschlechtskrankheiten, ihre Gefahren, Verhütung und Bekämpfung

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abschürfung aus und verursacht meist k e i n e r 1g i Schmerzen, 
ist aber sehr gefährlich. Denn n u r i n d e n F ä l l e n . w 0 
schon ganz früh — sofort n a ch dem Auftretendes 
Schankers — eine energische Behandlung ein 
setzt. gelingt es, die Krankheit gewissermaßen 
im Keime zu er st icke n. Wartet man mit der Be 
handlung ein wenig, so ist es dafür zu spät. Das 
Krankheitsgift ist inzwischen schon in das Blut und somit in den 
ganzen Körper gedrungen, und obwohl der Schanker geheilt ist, 
fängt die eigentliche Krankheit nun erst an. 
In vielen Fällen merkt man das nicht ohne weiteres, denn die 
Erkrankten können monate- und jahrelang frei von allen Krank 
heitserscheinungen bleiben, aber in anderen Füllen stellen sich 
Hautausschläge, Drüsenschwellungen, Halsent 
zündungen, Erkrankungen der Augen, der Knochen und 
Gelenke und der Hirnhäute (in Form von Glieder 
reißen, Rheumatismus, Kopfschmerz) ein, auch 
Erkrankungen der Eingeweide (Brustfellentzündung, 
Gelbsucht) werden beobachtet. 
Wieder gibt es nun Leute, bei denen das nur einmal vor 
kommt, aber bei anderen wiederholen sich einmal oder mehrere 
Male im Laufe der nächsten Jahre die Ausbrüche der Krankheit, 
manchmal ohne Pausen, meist jedoch von längeren oder kürzeren 
Zeiten anscheinend besten Wohlseins unterbrachen. Dabei wird 
bald dieses, bald jenes Organ des Körpers befallen. 
Während dieser ganzen Zeit behält die Krankheit ihre An 
steckungsfähigkeit bei. Erst allmählich läßt die Kraft des Krank 
heitsgiftes nach, die Ansteckungsfähigkeit der Syphilis erlischt, und 
die meisten Kranken bleiben von weiteren Erscheinungen verschont 
und dürfen als dauernd geheilt betrachtet werden. Für sie gilt also 
das trostreiche Wort, daß die Syphilis heilbar ist. Aber in anderen 
Fällen, wenn keine oder nur eine ungenügende Behandlung, 
namentlich eine solche durch Kurpfuscher stattgefunden hat. wenn 
der Organismus von Haufe aus wenig widerstandsfähig oder
	        
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