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und zeigt, daß im Körper noch irgendwo syphilitisches Gift schlummert,
das vielleicht viele Jahre lang keine Erscheinungen machen, dann aber
plötzlich wieder aufflackern und Verheerungen anrichten kann. Die
positive Reaktion beweist aber nicht, daß durch den betreffenden
Menschen die Gefahr einer A n st e ck u n g für andere Personen vor
handen sein muß, wenn dies auch besonders in den ersten Krankheits
jahren häufig der Fall ist.
Die negative Reaktion spricht, da sie zuweilen auch trotz
Vorhandensein von Syphilis zu beobachten ist, nicht mit absoluter
Sicherheit gegen Syphilis, denn nach einer wirksamen Kur wird das
Blut sehr oft negativ und kann es kürzere oder längere Zeit bleiben.
Erst ein dauernd negativer Befund im Verein mit dauern
dem Freisein von Krankheitserschcinungen macht die eingetretene
5) e i l u n g der Krankheit wahrscheinlich.
Der Wert der R e a ?11 o n für d i e Diagnose ist ein
außerordentlich großer. Nicht nur, daß die Reaktion in zahlreichen
unklaren Hauterkrankungen die Diagnose ermöglicht, auch bei einer
großen Anzahl von Herz-, Gefäß-, Lungen-, Leber-, Nieren-,
Gehirn-, Nerven-, Gelenk- und Knochenerkrankungen kann oft
nur durch die positive Reaktion erkannt werden, daß
ein ursächlicher Zusammenhang dieser Krankheitserscheinungen mit
Syphilis vorhanden ist . und damit eine richtige Behandlung ein
geschlagen werden. — Es ist auf diese Weise schon manches lebsn-
bedrohsnde Leiden als syphilitisch erkannt und durch geeignete Be
handlung rasch beseitigt worden, das ohne die Reaktion stets unklar
und unheilbar geblieben wäre.
Daher sollte die Blutuntersuchung heute in
jedem Falle, der nur im geringsten den B erdacht
einer etwa vorhandenen Syphilis a u f k o m m e n
läßt, angestellt werden.
Den größten diagnostischen Wert hat jedoch die Reaktion
bei den Menschen, bei denen Krankheitserscheinungen
überhaupt nicht vorhanden sind. In diesem Falle hat
die Reaktion nicht nur Nutzen für den betreffenden Menschen, dem
sie anzeigt, daß seine Syphilis noch nicht geheilt und daher noch