Full text: Die Geschlechtskrankheiten, ihre Gefahren, Verhütung und Bekämpfung

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behandlungsbedürftig ist. sondern sie gewährt auch einen unschätz 
baren sozialhygientschen Vorteil. Sie ermöglicht nämlich 
allein durch die Blutuntersuchung, Menschen als 
syphilitisch zu erkennen, die unter Umständen anderen g e f ä h r - 
lich werden können (Ehe, Ammen, Prostituierte usw.). 
Die Reaktion hat schließlich noch einen großen Wert für die 
Behandlung der Syphilis, indem das Regativwerden 
der positiven Reaktion einen oft wertvollen Maßstab für den Er 
folg der einzelnen Kur und den Gesamtverlauf liefert. Diese 
Fragen können jedoch nur vom Arzt und nur von 
Fall zu Fall im Zusammenhang mit dem ganzen 
Krankheitsverlauf entschieden und beurteilt 
werden. 
H. Me werden die Geschlechtskrankheiten 
erworben und weiter verbreitet? 
Die venerischen Krankheiten werden, wie schon erwähnt, meist 
bei Gelegenheit des Geschlechtsverkehrs von einem Menschen auf 
den anderen übertragen. Der Geschlechtsverkehr zwischen gesun 
den Personen ist gefahrlos und kann nie Geschlechtskrankheiten 
Hervorrufen. Wer dagegen den Beischlaf mit einer geschlechts- 
kranken Person ausübt, ist stets in Gefahr, angesteckt zu werden. 
Weicher Schanker und Tripper werden in der Regel nur durch 
den Geschlechtsverkehr übertragen, die Syphilis dagegen kann, da 
das sypbilitische Gift an den verschiedensten Stellen des Körpers 
wieder zum Vorschein kommt, auch aus sehr viele andere Weise 
erworben und weiterverbreitet werden. Uebertragungen der Sy 
philis kommen gar nicht selten durch einen Kuß zustande, auch 
durch Benutzen von Trink- und Eßgeschirren, die kurz zuvor von 
einem Syphilitischen gebraucht und nicht wieder gereinigt worden 
waren. Sie werden manchmal, wenn auch glücklicherweise äußerst 
selten, durch ärztliche oder zahnärztliche Instrumente, durch den 
Barbier, die Hebamme, durch Schröpfköpfe usw. vermittelt Na-
	        
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