Full text: Die Geschlechtskrankheiten, ihre Gefahren, Verhütung und Bekämpfung

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türlich sind die Ansteckungen durch den Geschlechtsverkehr auch für 
die Syphilis die häufigsten. Am gefährlichsten ist in dieser Be 
ziehung ohne Frage der 
außereheliche Geschlechtsverkehr 
und zwar der Verkehr nicht nur mit den offiziellen Prostituierten, 
sondern auch mit allen Mädchen, die mit mehreren 
Männern verkehren. Je größer die Zahl der „Freunde" oder 
„Besucher" ist, die ein Mädchen hat, desto, größer ist die Gefahr, 
sich bei ihr anzustecken. Und dasselbe gilt von den Männern: 
mit je mehr Mädchen sie geschlechtlich verkehren, desto größer ist 
nicht nur für sie die Gefahr, sich anzustecken, fondern um so ge 
fährlicher werden sie selbst für das weibliche Geschlecht. 
Die gewerbsmäßigen Prostituierten sind infolge der häufigen 
Inanspruchnahme natürlich besonders gefährlich. Man hat daher 
die Geschlechtskrankheiten durch eine gesundheitliche Ueberwachung, 
die sogenannte 
Reglementierung 
oder Kontrolle der Prostitution zu bekämpfen gesucht, aber viel 
fältige Erfahrung hat gelehrt, daß diese Kontrolle aus den ver 
schiedensten Gründen so gut wie wirkungslos ist. Daher ist 
die Annahme, daß die Konkrollg der Prostituierten einen Schuh 
gegen Ansteckung gewährt, als ein leider sehr verbreiteter und ver 
hängnisvoller Irrtum zu bezeichnen. Man kann vielmehr sagen, 
daß jeder, der mit einer Prostituierten, sek sie nun kontrolliert oder 
nicht, aber auch jeder, der überhaupt mit irgendeinem leicht 
sinnigen Mädchen verkehrt, sich in eine große Gefahr begibt. 
Daß eine Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten fo leicht mög- 
sich ist, liegt daran, daß diese Krankheiten in der Bevölkerung so 
außerordentlich verbreitet sind. Am 30. April 1900 wurde auf 
Veranlasiung des preußischen Kultusministeriums eine Zählung 
aller an diesem Tage in Behandlung stehenden Geschlechtskrank 
heiten seitens approbierter Aerzte vorgenommen. Diese Zählung
	        
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