Einleitung.
Der größte Teil der Menschheit bestreitet seinen
Bedarf an Nahrungsstoffen durch die gemischte Kost.
Menschen, die ausschließlich von Fleisch leben, gibt es
nicht; sich von reiner Fleischkost zu ernähren, ist schon
aus dem Grunde unmöglich, weil der durch die über-
wiegende Eiweißzufuhr erhöhte Zerfall von Körpereiweiß
eine solche Steigerung der zugeführten Fleischmenge
bedingen würde, daß der Mensch nicht imstande wäre,
so viel Fleisch, als zur Deckung des Verlustes nötig ist,
zu kauen (Rubner).
Menschen mit Gemüse allein zu ernähren, ist eben-
falls unmöglich; ein von Rubner angestellter Versuch
zeigte, daß ein kräftig gebauter Mann, der nur Wirsing
und gelbe Rüben als Speise erhielt, 42—48 g von seinem
Körpereiweiß pro die abgab, „obschon er den Tag über
fast ununterbrochen aß“,
Dagegen gibt es nicht wenig Menschen, welche
unter Ausschluß von Fleisch ihren Bedarf an Nahrungs-
stoffen durch Vegetabilien decken; die einen werden zu
dieser Kost durch Armut getrieben, andere, wie z. B.
die Japaner, haben sich den mannigfachen und reichen
vegetabilischen Erzeugnissen ihres heimatlichen Bodens
angepaßt und ernähren sich aus diesem Grunde seit
Jahrtausenden mit Vegetabilien. Eine dritte Kategorie
endlich bilden die Vegetarier; neben ästhetischen
Gründen ist für sie die irrige Meinung maßgebend, daß
der Genuß von Animalien ungesund sei.
Bei uns in Deutschland liegen die Verhältnisse so,
daß der weitaus größte Teil der Bewohner neben vege-