das, aus dem Strohlager des Stalles vertrieben, un-
term Holunderbusch vor der Burgmauer nächtigt?
Und was wäre rührender, ja erschütternder, als wenn
sie selbst erzählt, durch welche Worte sie es bei ihrem
angebeteten Ritter und Herrn über Leben und Tod
erreicht habe, daß sie dort geduldet würde: „Den
Zeisig littest du, den zwitschernden, in den süß duf-
tenden Holunderbüschen; möchtst denn das Käth-
chen von Heilbronn auch leiden? !‘‘ Dies ist von einer
bezwingenden Holdheit und Einfachheit. Wer möch-
te diesem Kinde und diesem Werke etwas zuleide
tun, das selber duftet wie Heidekraut, in dem alle
Gerüche des heißen erdbeerbestandenen Waldbo-
dens mit der tierischen Wärme gesunder, kraftvoller
Körper zusammenschlagen. Und dazu, welche Ge-
staltungskraft: diese Imaginationen, die von schöp-
ferischen Händen ins volle Dasein geworfen sind!
Dieser Wetter vom Strahl, der mit aller Kraft, mit
all seinem Feuer dem kleinen Käthchen nicht ge-
wachsen ist, das keine andere Waffe als die unwider-
stehliche Macht seiner Liebe besitzt!
Diese Dichtung ist aus der Gestaltungskraft eines
Genies und zugleich aus seinem Herzen hervorge-
gangen. Eine Gestaltungskraft ohne Herz hat nach