Full text: Der Baum von Gallowayshire

Schillers Ausspruch Ovid, und damit fehlt ihm das, 
was allein das Tote lebendig macht. Man könnte sa- 
gen, es heiße die Naivität zu weit treiben, wenn 
Käthchen, die Tochter des Waffenschmieds Theo- 
bald Friedeborn, schließlich, um Wetter vom Strahl 
zu heiraten, zu einer außerehelichen Tochter des 
Kaisers gemacht werden muß. Aber dieser und ähn- 
liche Züge erhöhen hier nur den naiven Reiz. 
Eines der hier zur Darstellung ausersehenen Stücke 
ist von mir. Es gibt keine Komödie, die keine Tragi- 
komödie wäre, und so stelle ich es Ihnen als eine 
Komödie vor. Es werden darin zwei Vagabunden 
gezeigt, mit denen eine übermütige, fürstliche 
Jagdgesellschaft Schicksal spielt. Und eben die bei- 
den Vagabunden erweisen sich als kindlich naive, 
weltüberwindende Philosophen. In diesem Zusam- 
menhang ist es erlaubt, darauf hinzuweisen, daß 
Schiller, der eine Komödie zu schreiben selbst nicht 
fähig war, von ihr sagt, sie gehe einem wichtigeren 
Ziele entgegen als die Tragödie und würde alle Tra- 
gödien überflüssig machen, wenn sie es erreichte. 
Ihr Ziel aber sei einerlei mit dem Höchsten, wonach 
der Mensch zu ringen habe, frei von Leidenschaft 
zu sein, immer klar, immer ruhig um sich und in 
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