Full text: Der Baum von Gallowayshire

es in Deutschland einmal dramatische Dichter ge- 
geben hat, zur Sage geworden ist. Nun, so laßt uns 
diesem Zustand mit allen Kräften des Glaubens, der 
Liebe, der Hoffnung entgegenwirken! Und so, wie 
es auch hier, in diesen schönen, festlichen Tagen zu 
Heidelberg geschieht, mit der Tat! 
Und überhaupt: das neue deutsche Drama ist auf der 
Wetterseite gewachsen. Keines Medicäers Güte lä- 
chelte der deutschen Kunst. Wir lassen es uns nicht 
verwehren, selbst in der Zeit der Amerikaflüge, der 
Nordpolabenteuer, des Kinos, des Grammophons und 
des Radios, der Raketenflugzeuge und Giftgase, der 
Großindustrie und der Aktienspekulation an seine 
Mission zu glauben. Dies aber ist gewiß: Abgesehen 
von der Förderung, die es durch solche Veranstaltun- 
gen wie die derHeidelbergererfährt, wenn esbestehen, 
wenn es wachsen, wenn es jemals eine neue, heiter 
befreiende, allgemeine Macht auf die Volksseele aus- 
üben soll, so muß es sich auf einer Wertung und 
ehrfürchtigen Schätzung des Volkes und seines un- 
ermeßlichen inneren Reichtums aufbauen. Ich sage 
dies, obgleich ich recht wohl weiß, was von solchen 
Forderungen zu halten ist. Ich selber in meiner eige- 
nen Produktion konnte ihr in der Hauptsache nach- 
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