Full text: Bibliothek für die weibliche Jugend (02)

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letztem bestanden aber lange mir in einem Satyrnchor, 
der den Reigen um den Altar führte, nnd zwischen 
dessen Tänzen der Vorsänger eine Bakchoshymne, Di- 
thyrambos genannt, absang, dessen Inhalt eine 
kleine Mythe war, der vom Chor unterstützt, anch 
vielleicht mit improvisirten Reden unterbrochen und 
von Gebärdenspiel begleitet wurde. Sein Sylbenmaß 
war eine Tanzuielodie, nnd phrygische, wilde Musik 
begleitete den Gesang. In den Städten bildete 
sich indessen diese Feier bald weiter ans, und 
der von der Volkssage gefeierte Sänger Arion aus 
Methyinna dichtete in Körinth schon Dithyramben 
unter besonderem Namen, je nach verschiedenem In 
halt, Tonart und Ansführnng, nnd führte ein Zwi 
schenspiel von redenden Satyrn ein. Die eigentliche 
Satyrsinaske aber scheint ans seinem Spiele ver 
schwunden zu seyn, nnd anch der Dithyramb in 
Athen legte sie ab, obgleich er den Namen Tragoe- 
die (Bocksgesang, was verschiedentlich erklärt wird), 
den er von Alters her gehabt zu haben scheint, fort 
führte. Schon frühe fanden unter den Lyrikern mit 
diesen Chören Wettkämpfe statt, nnd Simonides 
erwähnt schon 56 Siege, die er als Chormcister mit 
50 Männern erworben) Sehr geschätzt waren im Al 
terthum namentlich anch Pindars Dithyramben. 
Die entschiedenste Erweiterung erfuhren die Dio 
nysosfeste zu Athen durch die Ausdehnung des demo 
kratischen Bestandtheils in der athenischen Verfassung 
um die Zeit des Peisistratos (vor Chr. 560—528). 
Dieser Gewaltherrscher stand an der Spitze des Volks
	        
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